Kirchstraße 58675 Hemer

Kathrin Heinrichs mit einem Programm, das aufrüttelt und Mut macht
Man kennt sie als Krimiautorin und Kabarettistin. Nach Hemer kommt Kathrin Heinrichs im Rahmen der „hörenswert“ – Reihe nun aber mit einem ganz anderen Programm. „Werd nicht wie sie! – Literarische Impulse zu Menschlichkeit und Demokratie“ heißt es am Freitag, dem 26. Juni, ab 19:45 Uhr in der Ebbergkirche – ein Programm, das schon an vielen Orten zu stehenden Ovationen geführt hat.
Dass die Mendenerin auch ernste Themen zu bespielen versteht, weiß jeder, der mit den eher tiefgründigen Kurzkrimis unter ihren Texten vertraut ist. So gewann sie mit ihrer berührenden Geschichte „Freier Fall“ den Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Kurzkrimi. In ihrem aktuellen Programm „Werd nicht wie sie!“ wendet sie sich nun einem gesellschaftsrelevanten Thema zu – dem Wert von Menschlichkeit und Demokratie. So führt die titelgebende Geschichte in die Untiefen deutscher Geschichte. Basierend auf den historischen Fakten um das sogenannte „Schwalbe“-Projekt im Hönnetal, bei dem rund 10.000 Menschen zur Arbeit in einem unterirdischen Rüstungsprojekt gezwungen wurden, erzählt Heinrichs vom jungen Karl und seinem Leidensgefährten, der alles tut, um ihn zu retten – und das so bewegend und intensiv, dass das Publikum sich zurückversetzt sieht und den Atem anhält. Doch bleibt Kathrin Heinrichs nicht bei den Lehren aus der Vergangenheit stehen. Gekonnt führt sie aus der Beklemmung heraus in Situationen der Alltagsrealität, erzählt von Zivilcourage und belebender Solidarität. „Der Tag, an dem Frau Mistelkamp ihre Verfassung verlor“ thematisiert „Desinformation im Kleinen“ in einer Dorfgemeinschaft, aber auch die Kraft von Gemeinsinn und Mitmenschlichkeit. Der mitreißende Flow von Heinrichs‘ Programm wird musikalisch durch Kirchenmusikdirektorin Meike Pape unterstützt. An der Orgel und am Flügel „kommentiert“ die Musikerin die Texte mit passenden Stücken und Improvisationen.
Wer die Freitag-Abende in der Ebbergkirche schon öfter besucht hat, weiß, dass im Vorfeld ab 19 Uhr immer die „Bedenkzeit“ stattfindet. Diesmal gestaltet von Gaby Bach unter dem Titel „Wohin des Wegs?“
Ein Abend, der wachrüttelt und inspiriert.